Datum: 20. 05.2017
Uhrzeit: 10:30 bis 16:00 Uhr
Veranstalter: Stadt Essen und Jugendhilfe Essen gGmbH
Internet: https://www.demokratie-leben.de.

Einladung zur Demokratie-Konferenz
Wunsch und Wirklichkeit in der Einwanderungsgesellschaft



Samstag, 20. Mai 2017,
10:30 - 16:00 Uhr
ComIn, Raum Nixdorf,
Karolingerstraße 93,
45141 Essen

Das Projekt „Demokratie leben“ wird in Kooperation der Stadt Essen (Kommunales Integrationszentrum und Jugendamt) und der Jugendhilfe Essen gGmbH durchgeführt.
Alle Informationen zum Bundesprogramm „Demokratie leben“ unter: https://www.demokratie-leben.de.

Muslime in Deutschland sind in ihrem Alltag immer mehr Anfeindungen und Vorurteilen ausgesetzt. Das Kernproblem wird oftmals darin gesehen, dass Muslime sich in der deutschen Gesellschaft nicht ausreichend anpassen. Doch die Mehrheit der Muslime fällt kaum auf und erfüllt wie die meisten Nicht-Muslime die Anforderungen, als Individuen entsprechend den Regeln der modernen Gesellschaft zu handeln. Trotzdem werden aber Muslime immer wieder in Sippenhaft genommen und für die vorgeblich religiös begründeten, aber im Kern politisch motivierten Taten und Äußerungen Einzelner in die Verantwortung gezogen. So kommt es, dass islamfeindliche Diskurse durch die Gewalt von Terrororganisationen wie dem „Islamischen Staat“ oder durch die jüngsten Anschläge in Europa und weltweit geschürt werden. Die neue Zuwanderung und der Terrorismus der letzten Jahre sind Auslöser dafür, dass selbst lange in Deutschlandlebende Einwanderer oder sogar die Folgegeneration sich als Muslime rechtfertigen sollen und die Erwartung verspüren, sich positionieren zu müssen. Mit dieser pauschalen Abwertung und Ausgrenzung ist der erste Schritt zu einer modernen Form von Islamfeindlichkeit getan, die wegen ihrer Naturalisierung von kulturellen Unterschieden heute in der Wissenschaft als Antimuslimischer Rassismus bezeichnet wird. Hinzu kommt, dass verallgemeinernde Abneigungen gegenüber Muslimen durch einen Mangel an Information und Kontakt zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen gefestigt werden. Vorurteile und Ausgrenzungen sind nicht mehr nur am rechten Rand der Gesellschaft verankert, sie reichen bis in ihre Mitte. Rechtsextremistische und populistische Parteien und Organisationen verstehen diese Ressentiments als „Türöffner“: Sie schüren die Angst vor „dem“ Islam und möchten so den Resonanzraum ihrer Propaganda erweitern. Dem entgegenzuwirken und eine demokratische Kultur der Vielfalt zu stärken ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung.

Im Mittelpunkt der dritten Demokratiekonferenz stehen deshalb folgende Fragen:
• Was ist Antimuslimischer Rassismus, wie erkennen wir ihn und in welchen Gewändern kann er auftreten?
• Welche Hintergründe hat diese moderne Form von Islamfeindlichkeit und wie fand sie ihren Weg in die gesellschaftliche Mitte?
• Welche Rolle spielen die Medien dabei und wie sieht Islamfeindlichkeit im weltweiten Vergleich aus?
• Wie kann Kritik an islamisch begründeten Positionen geübt werden ohne rassistisch zu sein? Antworten auf diese Fragen wollen wir anhand von Impulsvorträgen von Experten und in den thematischen Workshops finden.

Die Tagung richtet sich an interessierte Bürger/-innen, Fachkräfte und Multiplikatoren/-innen in Jugendhilfe und Schule, an Gemeinden aller Konfessionen, Wissenschaft, Politik und Verwaltung.

Anmeldungen bitte bis zum 15. Mai 2017 an:
Halima Zaghdoud
Tel. +49 201 88-88477
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(Bitte geben Sie bei der Anmeldung an, in welcher Arbeitsgruppe Sie mitwirken möchten!)

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